Ohne Keller kein Ausbau
Senft: Der FC Eintracht wird alles tun, um den Vertrag einzuhalten
Gesamtkosten erster und zweiter Bauabschnitt: 462 195 Euro. So steht es in der Kostenrechnung für das Sportheim am Schlingsbruch, die Architekt Helmut Staude im Anhang zum Bauantrag im April 2006 aufgestellt hatte. Wie mehrfach berichtet, hatte der Verein einen Antrag auf weitere 103 000 Euro Zuschuss für Materialkosten gestellt, dem der Rat am Donnerstag nicht gefolgt ist.
"Wir haben nicht gewusst, dass das Erdgeschoss gar nicht auszubauen ist, wenn der Keller im Rohbau bleibt. Wir hätte beispielsweise gar keine Leitungen legen können", erklärte Vereinsvorsitzender Klaus Senft gestern. Daher habe man im Keller mit der zweiten Bauphase beginnen müssen. So erkläre sich, dass die ursprünglich beantragten 60 000 Euro weiteren Zuschusses (gegründet auf vergessenen Mietkosten, Erhöhung er Mehrwertsteuer etc.) sich auf 103 000 Euro erhöht hätten. Dafür sei er als Vorsitzender verantwortlich, er stelle sich voll hinter seinen Architekten. "Zustimmung war verantwortungslos" Jürgen Czolbe
Die Gemeinde hatte den Bauantrag vor anderthalb Jahren an den Kreis weitergeleitet, wo er am 31. Mai 2006 abgestempelt und zurück in die Verwaltung geschickt wurde. Für den ersten Bauabschnitt hatte der Architekt demzufolge 320 000 Euro veranschlagt - 140 000 davon fließen aus der an die Gemeinde gezahlten Sportpauschale des Landes in den Bau, den Rest finanziert der FC Eintracht durch Spenden und Eigenleistung. Vertraglich geregelt ist, dass der Verein mögliche Kostensteigerungen mit eigenen Mitteln ausgleichen muss.
SPD-Fraktionschef Heinrich-Georg Schneider wiederholte gestern auf Anfrage seine Andeutungen aus der Ratssitzung, auch Bürgermeister Dr. Andreas Wulf werde sich unangenehme Fragen stellen lassen müssen, wenn nun ein unabhängiger Sachverständiger die Angelegenheit durchleuchten wird. Die Frage, ob er sich auf die der Redaktion vorliegende Kostenrechnung von April 2006 bezogen habe, bejahte er: "Der Bürgermeister hätte wissen müssen, dass das vom Verein niemals hätte finanziert werden können." Die Fraktionen hatten von dieser Summe erst vor einer Woche erfahren. Jürgen Czolbe (FWG) hatte es im Rat daher "verantwortungslos gegenüber dem FCE und dem Steuerzahler" genannt, dem Vertrag in Kenntnis der 462 000 Euro zuzustimmen. Aufgabe der Gemeindeverwaltung sei es lediglich, den Bauantrag im Rahmen der Bauplanung auf Zulässigkeit zu überprüfen, antwortete Wulf. Ihn inhaltlich zu beurteilen, sei nicht seine Aufgabe. Genehmigende Behörde war der Kreis.
Unterdessen hat sich der Vorstand des FCE am Freitagabend zu einer Krisensitzung getroffen. Ziel sei weiterhin, alle Wege auszuloten, das Projekt zu retten, sagte Klaus Senft. Schließlich solle es der ganzen Gemeinde dienen, den Kindergärten und Schulen ebenso wie dem Sportverein. "Wir wollen alles tun, um den Vertrag einzuhalten. Aber wir brauchen die 103 000 Euro, auch wenn der Antrag abgelehnt worden ist."
LZ-Online vom 27.10.2007
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