Auf den Freibadverein kommen harte Zeiten zu
Gemeinde will Zuschussbedarf weiter senken
Die CDU-Mehrheit im Ratsausschuss für öffentliche Einrichtungen hält es für dringend erforderlich, die Bewirtschaftungskosten für das Freibad weiter abzusenken. Gegen die Stimmen von SPD und Freien Wählern wurde die Verwaltung jetzt beauftragt, dazu Vorschläge zu erarbeiten - in Zusammenarbeit mit dem Freibadförderverein, aber auch durch mögliche Einbindung anderer "Personen oder Vereinigungen".
Nach einer vorläufigen Berechnung, die Bürgermeister Dr. Andreas Wulf (CDU) präsentierte, beläuft sich der Zuschussbedarf 2007 für die Badeanstalt bereits jetzt auf gut 47 000 Euro - und das ohne Bauhofkosten und kalkulatorische Zinsen, die im kommenden Haushalt ausgewiesen werden sollen. Diese Zahl werde noch steigen, prophezeite das Gemeindeoberhaupt, weil inzwischen weitere Ausgaben getätigt worden seien. Der Vergleichswert für 2006 hatte bei 34 000 Euro gelegen.
Zu den schlechten Zahlen beigetragen hat natürlich auch der schlechte Sommer. So zahlten laut Freibadbericht die insgesamt noch nicht einmal 10 000 Besucher - die zweitniedrigste Zahl seit 1991 - nur 13 500 Euro an Eintritt. Im Haushaltsansatz war die Gemeinde noch von 20 000 Euro ausgegangen. Im ganzen Sommerhalbjahr hatte das Schwimmbad nur an 59 Tagen überhaupt geöffnet.
Auf Kosten künftiger Generationen Wulf machte aus seiner Auffassung kein Geheimnis, dass sich die Gemeinde derzeit ihr Freibad nicht leisten könne. Die Einrichtung werde zu Lasten und auf Kosten der künftigen Generationen betrieben, heißt es in der Sitzungsvorlage unter anderem. Da eine Schließung aber gegenwärtig "von der Mehrheit der Bevölkerung nicht gewünscht und politisch nicht mehrheitsfähig" sei, empfehle er, Wulf, eine Deckelung des Zuschussbedarfes durch die Gemeinde. Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass er "klare Vorgaben" des Rates vermisse, mit denen er in die Gespräche mit dem Freibadförderverein gehen könne.
Während CDU-Fraktionschef Harald Schultze die Position des Bürgermeisters im Wesentlichen stützte, kam klarer Gegenwind aus Richtung SPD und FWG. SPD-Mann Wolfgang Holitschke sah durch die Vorlage den Freibadförderverein unter Druck gesetzt, und Peter Gröpler (FWG) erneuerte die Forderung seiner Fraktion nach einer langfristigen Sanierung der Anlage. Außerdem äußerte er die Befürchtung, dass das Schwimmbad "kaputt geredet" werden könne
LZ-Online vom 17.11.2007
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