Senft: Das Sporthaus ist tot
CDU knüpft Zustimmung zum Nutzungsvertrag an Rahmenbedingungen - Wulf: "War alles bekannt"
Augustdorf (mah). "Das wird nichts, das Sporthaus ist tot" - tief enttäuscht und sauer hat FCE-Vorsitzender Klaus Senft am Donnerstag die Haupt- und Finanzausschusssitzung in Augustdorf verfolgt. Die CDU-Fraktion hatte zuvor darauf bestanden, dass der Nutzungsvertrag für den Bau des Hauses und eine Rahmenvereinbarung über die Pflege der Rasenplätze zwingend zusammengehören. Senft: "Das torpediert zwei Jahre ehrenamtlicher Arbeit."
Denn: Die Pflege der Rasenplätze umfasst nicht nur das Mähen, sondern auch Vertikutieren, Saatgut, Düngematerial und andere Arbeiten. Dafür soll der Verein zwar 15 000 Euro Zuschuss im Jahr bekommen. Diese Leistungen könne er aber, so Senft, gar nicht erbringen, da sie sehr kompliziert und unterschiedlich teuer seien - etwa wenn eine Schädlingsbekämpfung notwendig würde.
Bürgermeister Dr. Andreas Wulf betonte jedoch: "Die 15 000 Euro haben immer gereicht. Der Verein soll die Arbeiten vergeben und bekommt von uns das Geld. Es kann doch nicht sein, dass die Verantwortung für den Zustand des Platzes beim Bauhof bleibt." Er verstehe die Aufregung nicht so ganz: "Es ist wichtig, dass das Sporthaus kommt. Ich könnte nicht nachvollziehen, wenn es an der Rasenpflege scheitern würde." Außerdem stünde in der Rahmenvereinbarung, dass die Rasenfläche entlang der Haustenbecker Straße in FCE-Verantwortung übergehen solle. Senft: "Davon war nie die Rede." Dr. Wulf hingegen erklärte, dass es keinen Sinn mache, wenn der Bauhof nur für diese Fläche anrücke.
Senft wehrte sich außerdem dagegen, dass die Gemeinde einen Zusammenhang zwischen den Verkaufserlösen für die Spielplatz-Fläche Sandstraße und den 140 000 Euro konstruiert hat, die fürs Sporthaus im Haushalt stehen. Klar stamme dieses Gemeindegeld aus Verkaufserlösen. Aber: "Wir sind ein Sportverein und für die Jugend da und würden nie ein Spielplatz für ein Sporthaus opfern." Vielmehr flössen diese avisierten Gelder ebenso wie diejenigen aus dem gewünschten Verkauf von Ratsstuben oder Hausmeisterhäuschen in die Gemeindekasse. Dass der Verein durch sein Engagement der Gemeinde jährlich an die 40 000 Euro erspare, weil er nach Fertigstellung des Sporthauses die Mahd für Grill- und Sportplatz übernehmen wolle, stehe außer Zweifel, betonte Senft.
"Das ist ein Knebelvertrag" Heinrich-Georg SchneiderFür die SPD forderte Heinrich-Georg Schneider eindringlich, die Verknüpfung Nutzungsvertrag/Rahmenvereinbarung zu lösen: "Lassen Sei uns einen Schritt nach dem anderen gehen und mit dem Bau beginnen. Das ist ein Knebelvertrag, den der Verein gar nicht erfüllen kann." Außerdem sei kein FCE-Heim geplant, sondern ein Sporthaus fürs ganze Dorf. Auch der Sperrvermerk, wonach die 140 000 Euro erst fließen sollen, wenn Geld aus Immobilienverkäufen eingenommen worden ist, solle fallen. "Geht nicht", antwortete Harald Schultze (CDU) mit Blick auf die strengen Auflagen des Kreises, da die Gemeinde in der Haushaltssicherung sei. Jürgen Czolbe wiederholte die grundsätzlichen Vorbehalte der Freien Wählergemeinschaft an den Plänen, außerdem kritisierte er die halbjährlichen Kündigungsmöglichkeiten durch den Verein: "In vier bis fünf Jahren ist die Gemeinde mit Bewirtschaftung und Unterhalt dran."
Schneider überzeugte schließlich den Ausschuss, mit einer Entscheidung bis zur Ratssitzung am 26. Oktober zu warten. Bis dahin sollen Dr. Wulf und der Verein sich an einen Tisch setzen.
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